
Zirkusluft in der Jugendbildungsstätte Merzbach
Merzbach · Ob Akrobatik, Kunststücke am Trapez oder auf dem Drahtseil: Über 70 junge Artisten und Artistinnen verwandelten das Gelände der Evangelischen Jugendbildungsstätte Merzbach in eine bunte Zirkusmanege. Der Zirkus „ZappZarap“ gastierte in der zweiten Osterferienwoche mit ihrem Mitmachzirkus. Die eigentlichen Stars waren die Kinder aus den Kirchengemeinden Bad Münstereifel, Flamersheim, der Sophiengemeinde und Zülpich selbst. Mit viel Mut, Begeisterung und beeindruckender Akrobatik verwandelten sie das Zirkuszelt gleich bei der ausverkauften Vorstellung in eine echte Manege voller Emotionen.
Als es am Samstagmittag hieß „Manege frei“, war das Zirkuszelt bis auf den letzten Platz gefüllt. Eltern, Großeltern und Geschwister erwarteten gespannt den Beginn der Show, während Musik und bunte Lichteffekte die Vorfreude weiter steigerten.
Bevor das Programm startete, war zunächst das Publikum gefragt. „Hinter dem Vorhang warten bereits über 70 Artisten und alle haben Lampenfieber – da hilft nur eins: euer Applaus!“, riefen zwei junge Ansager:innen. Gemeinsam wurde ein „dreistufiger“ Applaus einstudiert – mit Klatschen, Stampfen und Pfiffen. Danach konnte es endlich losgehen.
Den Auftakt machten die Akrobatinnen und Akrobaten, die vom Boden bis hin zu beeindruckenden Menschenpyramiden ihr Können zeigten. Es folgte ein abwechslungsreiches Programm aus ruhigen, stimmungsvollen Darbietungen – wie tanzende neonfarbene Leuchttücher im dunklen Zirkuszelt – und atemberaubenden Kunststücken am Trapez und auf der Leiter.
Immer wieder gelang es den hochmotivierten Kindern, ihr Publikum zu überraschen und zu begeistern. Ob Jonglage, kunstvolle Flowersticks oder perfekt abgestimmte Gruppenübungen – jeder Auftritt zeigte, mit wie viel Übung, Konzentration und Teamgeist die Kinder bei der Sache waren.
Besonderen Applaus erhielten die Fakire. Sie bewiesen großen Mut, standen, saßen oder lagen auf Nagelbrettern und Glasscherben.
Auch die Hula-Hoop-Gruppe begeisterte mit Koordination und Beweglichkeit, ebenso wie die Kugelkünstler, die auf großen Bällen balancierten und dabei durch Reifen kletterten oder sich Bälle zuwarfen.
Dass Mut keine Frage des Alters ist, zeigten alle Kinder, egal ob bei Feuer- oder BMX-Tricks.
Den Abschluss der Zaubershow bildete der berühmte Trick mit dem „Jungen in der Kiste“, der scheinbar mit Schwertern durchstochen wird – am Ende natürlich unversehrt und unter großem Applaus.
Wie echte Zirkusprofis posierten die Kinder nach jedem Auftritt und genossen sichtlich den verdienten Beifall. Die Drahtseilartist:innen balancierten sogar rückwärts oder meisterten ihre Nummer mit verbundenen Augen.
Immer wieder sorgten die bunt gekleideten Clowns für Lacher und lockerten die Spannung auf. Auch bekannte Elemente wie Seilspringen wurden auf beeindruckende Weise neu interpretiert – etwa mit überkreuzten Schwungseilen und synchronen Sprüngen.
20 Jugendliche aus den Kirchengemeinden und ihre Jugendleiter:innen hatten die Kinder eine Woche lang trainiert. Sie begleiteten die Aufführung nicht nur hinter der Bühne, sondern sicherten gemeinsam mit den Profis vom Zirkus die besonders anspruchsvollen Nummern ab. Es sind oft nicht die spektakulärsten Kunststücke, die ein Kind am meisten über sich hinauswachsen lässt: „Schon das Erkennen und manchmal auch das Überwinden von Grenzen, wie etwa Höhenangst oder der Auftritt vor rund 300 Zuschauern sei für manche eine enorme persönliche Leistung und trolle Erfahrung“, so Patrick Kisselmann, Jugendleiter aus Zülpich.
Ähnlich sah es auch eine Mutter nach der Vorstellung: „Ich finde, jedes einzelne Kind ist ein Künstler.“ Jedes habe seine Attraktion mit viel Engagement und Stolz präsentiert.
Ein großer Dank gilt dem gesamten Team der Evangelischen Jugend im „Oberland“ – so nennt sich der Zusammenschluss aus den verschiedenen Kirchengemeinden, sowie der Jugendbildungsstätte Merzbach und den Eltern der Kinder und Jugendlichen, die überall unterstützten, wo Hilfe gebraucht wurde – auch beim anschließenden Abbau des Zirkuszeltes.
Vielen herzlichen Dank an Klaus Bergmann | imblickfeld.de für die Fotos, die uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.






